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LCA data and LCA databases

Datenbank-Anbieter ecoinvent gibt exklusive Einblicke

Das ecoinvent Centre in der Schweiz und die thinkstep AG aus Stuttgart bieten Hintergrund-Datenbanken, um die Datensuche für Ökobilanzen zu erleichtern. Die ecoinvent Datenbank und die GaBi-Datenbanken sind die Marktführer auf dem Gebiet.

Ich bedanke mich für die Bereitschaft zu dem nachfolgenden Kurzinterview zu LCA-Datenbanken bei  Dr.  Gregor Wernet, Executive Manager beim ecoinvent Center.

Wir erhalten exklusive Einblicke u.a. in bevorstehende Neuerungen und dürfen teilhaben an der Vision, wie die Datenbanken in 5 Jahren aussehen soll.

Bild Gregor Wernet

Dr. Gregor Wernet, ecoinvent Centre, Zürich

Was schätzen die ecoinvent 3 Anwender besonders an der Datenbank?


Anwender schätzen in erster Linie die grosse Auswahl von Produkten und Prozessen, die die Datenbank abdecken kann, sowie die internationale Ausrichtung der Datenbank. Des Weiteren schätzen sie die Transparenz der Daten und die Wahl zwischen mehreren Systemmodellen, welche eine gute Anpassung an spezifische Standards und Anforderungen ermöglichen.

 

Welche Highlights und Neuerung sind für die nächste Aktualisierung in Planung bzw. in Arbeit und wann kommt diese?

Vor nur gerade 4 Monaten wurden mit der Veröffentlichung von ecoinvent 3.2 unter anderem alle Stromdaten vollständig aktualisiert. Die nächste Version, ecoinvent 3.3, ist für Sommer 2016 geplant und wird einen ersten Teil der World Food Database enthalten, unter anderem Lebensmittel wie Kaffee, Früchte und Gemüse.

 

Wie schätzen Sie und Ihr Team die Verwendbarkeit und Bedeutung von ecoinvent für die Erstellung von Product Environmental Footprints bzw. Organizational Environmental Footprints ein?

ecoinvent wird bereits in über 80% der Pilotprojekte im PEF/OEF erfolgreich angewendet. Der PEF erfordert für Hintergrunddaten Transparenz auf Einheitsprozess-Ebene, was ecoinvent voll unterstützt. Diese Anforderung der EU bestätigt die Ausrichtung ecoinvents auf klare, nachvollziehbare Ergebnisse – nur transparente Hintergrunddaten erlauben wirkliches Vertrauen in Ergebnisse. Die speziellen Anforderungen des PEF, z.B. bestimmte Regeln zur Modellierung von Abfällen und Recycling, können in ecoinvent durch ein Systemmodell abgebildet werden, damit Anwender in ihren Projekten nicht an methodischen Inkonsistenzen scheitern.

 

Wo sehen Sie die ecoinvent Datenbank in 5 Jahren? Welche großen Trends und Veränderungen stehen an?

ecoinvent möchte der zunehmend globalen Wirtschaft folgen und die internationale Datenabdeckung deutlich erhöhen, ohne seine Wurzeln als Datenbank mit Europäischem Hintergrund zu vergessen. Die Entwicklung von verschiedenen Standards, wie PEF oder EN15804, welche unterschiedliche Anforderungen in der Methodik der Modellierung haben, zeigt dass Daten sich solchen Standards anpassen können müssen, um nicht ihren Wert zu verlieren. Ausserdem hoffen wir, dass vermehrt Dateninitiativen in anderen Regionen wachsen und erfolgreich sein werden, um mit diesen auf gute Datenkompatibilität hinarbeiten zu können.

 

Welche weitere Frage halten Sie noch für besonders wichtig? 

Für uns bei ecoinvent ist die Frage:  „Warum ist eine transparente Datenbank wichtig?“ noch besonders relevant.

In ecoinvent können die Anwender die Umweltauswirkungen ihrer Produkte in den Lebenszyklen Schritt für Schritt einzeln nachverfolgen, bis hin zur „Wiege“. Jede Zahl, jede Emission kann einzeln bestimmt und nachverfolgt werden. So lassen sich Einsichten gewinnen, die ohne Transparenz nie möglich wären. Auch das Zielpublikum von Studien und Berichten gewinnt dadurch Vertrauen – ecoinvent ist selbst für Nichtkunden transparent nachvollziehbar. Umweltstudien werden sehr oft angezweifelt, und ohne Nachvollziehbarkeit der Datenbasis kann schnell der Vorwurf von „Greenwashing“ entstehen – die transparente Datenbasis von ecoinvent kann dem von Anfang an entgegenwirken.

Vielen Dank Herr Dr. Wernet!

 

Lesen Sie auch welche Rolle LCA-Daten und  LCA-Datenbanken bei die Erstellung von Ökobilanzen spielen.

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