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LCA data and LCA databases

Datenbank-Anbieter thinkstep AG gibt exklusive Einblicke

Die thinkstep AG aus Stuttgart und das ecoinvent Centre in der Schweiz  bieten Hintergrund-Datenbanken, um die Datensuche für Ökobilanzen zu erleichtern. Die ecoinvent Datenbank und die GaBi-Datenbanken sind die Marktführer auf dem Gebiet.

Ich bedanke mich für die Bereitschaft zu dem nachfolgenden Kurzinterview zu LCA-Datenbanken!

Wir erhalten exklusive Einblicke u.a. in bevorstehende Neuerungen und dürfen teilhaben an der Vision, wie die Datenbanken in 5 Jahren aussehen sollen.

 

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Dr.-Ing. Martin Baitz, thinkstep AG, Stuttgart

 

Was schätzen die GaBi-Daten-Anwender besonders an den Datenbanken?

Unsere Kunden schätzen die jährlichen Updates aller Daten, die methodische Stabilität, unsere Begleitung internationaler Standards, den Bezug unserer Daten zu realistischen Industrie-Prozessketten durch Verknüpfung von Knowhow aus LCA aktiven Organisationen einerseits und des thinkstep eigenen Ingenieurs-Knowhows in den Sektor Teams andererseits und das sich daraus ergebende Verständnis von nutzungsgerechten Datenbanken mit adäquater Dokumentation und der Möglichkeit spezifische bzw. eigene Daten und Prozessketten jederzeit zuzufügen oder zufügen zu lassen. Dies ist Grundlage der größten konsistenten LCA Datenbank mit branchenspezifischen Prozessketten und wird von unseren Kunden benötigt, um professionelle Datenlösungen erfolgreich einsetzen zu können.

 

Welche Highlights und Neuerung sind für die nächste Aktualisierung in Planung bzw. in Arbeit und wann kommt diese?

„Highlights“ klingt ein wenig nach Wundertüte. Unsere Kunden sind anspruchsvoll und jeder hat spezifische Bedürfnisse. Die technische Entwicklung realistisch abzubilden, ist sicher ein kontinuierliches Highlight unserer Datenbanken. Energie (nicht nur nach Fukushima), Elektronik und alternative Kraftstoffe z.B. sind dynamische Sektoren mit Einfluss auf viele LCA Daten. Wir haben zu hören bekommen, dass GaBi die einzige LCA Datenbank sei, die technische Evolution in LCA greifbar mache. Spezifische Highlights bescheren sich unsere Kunden selber, indem wir ihnen ihre Bedürfnisse und Wünsche in konsistente Datensätze aller Branchen umsetzen. Neuerungen und Ergänzungen kündigen wir planbar für alle Monate im Voraus auf unseren Homepages an.

 

Wie schätzen Sie und Ihr Team die Verwendbarkeit und Bedeutung der GaBi-Datenbanken für die Erstellung von Product Environmental Footprints bzw. Organizational Environmental Footprints ein?

thinkstep (bzw. damals PE INTERNATIONAL) und GaBi begleiten das Thema von Anfang an. Als viele noch Verweigerungstaktik gefahren sind, haben wir uns bereits konstruktiv dem Thema gestellt. Dadurch haben wir uns datenseitig sehr sorgsam und kontinuierlich dem Thema nähern können. Durch Beteiligung unserer GaBi Kunden in PEF Pilot Projekten hat sicher auch die PEF Methodik von dieser konstruktiven Atmosphäre profitiert. Da der PEF ja noch in Entwicklung ist, ist eine absolute Aussage unseriös. Sicher ist aber, dass GaBi Daten heute bereits weitgehend PEF konform sind und ganz vorne mitspielen werden, da wir seit einigen Jahren GaBi Updates und Download Daten-Test-Kits in Richtung PEF Verwendbarkeit fahren.

Welche weitere Frage halten Sie noch für besonders wichtig? 

Wir werden oft gefragt, was die bedeutendsten Risiken sind in Bezug auf LCA Daten, die Nutzer einschätzen können und vermeiden sollten.

Ein bedeutendes Risiko ist, dass das Datensystem nicht die wirkliche Situation einer spezifischen Prozesskette abbildet. Der Nutzer kennt im allgemeinen seine Vordergrunddaten gut und muss aber „seine“ spezifischen Hintergrunddaten ansetzen können. Fragen, die Nutzer sich selbst und den Daten(-dokumentationen) stellen sollten sind: Wie aktuell ist der Datensatz? Ist der Datensatz aus der passenden Region? Beschreibt er „meine“ passende Technologie und Zulieferbedingung? Wurde der Datensatz in einem dokumentierten (oder gar auditierten) Prozess mit Qualitätssicherung und Review erstellt? Im Zweifel beim Datenprovider nachfragen, bevor man das Risiko von Fehlinterpretation eingeht. Inadäquate Hintergrunddaten erkennt man nur wenn man die spezifischen Prozessketten und Technologien gut kennt. Das blinde Vertrauen auf die „Korrektheit publizierter Quellen“ ohne deren technischen Realitätsbezug hinterfragt oder dokumentiert zu haben, kann ein immenses Risiko bergen.

Vielen Dank Herr Dr. Baitz!

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