Kernpunkt der Einigung für das CSRD Scope 3 Reporting:
- CSRD soll nur noch für Unternehmen gelten, die mehr als 1.000 Mitarbeitende und > €450 Mio. Nettoumsatz erreichen. Zusätzlich sollen börsennotierte KMU aus dem Anwendungsbereich herausgenommen und Finanzholdinggesellschaften ausgenommen werden. > Weitere Informationen
- Außerdem enthält die Einigung eine Übergangs-Ausnahme für „Wave-1“-Unternehmen (Erstanwendung für GJ 2024), die aufgrund der neuen Schwellen für 2025/2026 aus dem Scope fallen. Wichtig: Es handelt sich um eine vorläufige Einigung – die formelle Annahme durch Rat und Parlament steht noch aus.
- Kontext Verschiebung („Stop-the-clock“): Bereits 2025 wurden die Starttermine für Wave-2 und Wave-3 um zwei Jahre verschoben (mehr Vorbereitungszeit).
- Scope-3-Entwicklung („Quick Fix“ ESRS): Für Unternehmen, die schon berichten (Wave-1), hat die Kommission 2025 zudem einen „Quick-Fix“ beschlossen, der zusätzliche ESRS-Pflichten für 2025/2026 abfedert; bestimmte Erleichterungen bleiben bei Scope-3 jedoch weiterhin an die 750-Mitarbeitenden-Schwelle gekoppelt.
Impact für Unternehmen: Wie betrifft es Hersteller / Zulieferer?
- Neu bewerten, ob Sie künftig überhaupt CSRD-pflichtig sind (1.000 MA + €450 Mio.). Das betrifft insbesondere Unternehmen, die bisher „knapp“ als groß galten (z. B. >250 MA), nun aber aus dem Scope herausfallen könnten.
- Scope-3 bleibt für „In-Scope“-Unternehmen ein Schwergewicht: Auch bei weniger Betroffenen bleibt die Erwartung hoch, belastbare Scope-3-Daten (Lieferkette/Value Chain) zu erheben – nicht zuletzt, weil Investoren, Kundenanforderungen und Klimaziele weiterhin Druck erzeugen (unabhängig von der CSRD-Mindestpflicht). (Einordnung; rechtliche Änderungen siehe Einigung/ESRS-Regeln.)
- Lieferkettendaten strategisch statt „Bottom-up um jeden Preis“: Die EU zielt explizit darauf, den „Trickle-down“-Effekt zu begrenzen. Praktisch heißt das: Datenanforderungen an kleinere Zulieferer müssen stärker proportional und standardisiert aufgesetzt werden.
Auch wenn Unternehmen künftig nicht mehr formell unter die CSRD-Berichtspflicht fallen, bleiben Scope-3-Emissionen strategisch relevant. Daten zu Emissionen in der Wertschöpfungskette werden weiterhin von CSRD-pflichtigen Kunden, Finanzinstituten und ESG-Ratingagenturen nachgefragt und sind zunehmend erforderlich, um Dekarbonisierungsziele, Kundenanforderungen und eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie zu unterstützen. Damit entwickelt sich Scope-3-Reporting zunehmend von einer reinen Compliance-Anforderung zu einer markt- und wertschöpfungskettengetriebenen Erwartung.
IPOINT und Scope 3 Reporting
CSRD Scope-3-Reporting ist dann erfolgreich, wenn die Emissionsbilanzierung im unternehmensweiten Corporate Carbon Footprint verankert und mit strukturierten Lieferanten- und Emissionsdaten verknüpft ist. IPOINT unterstützt Unternehmen dabei, die Komplexität des Scope-3-Reportings in umsetzbare Workflows zu überführen – von der Datenerhebung über die Analyse bis hin zur Berichtsreife.
Unsicher, wie Sie Scope-3-Anforderungen strategisch und effizient umsetzen können?